Dalglish
und McLeish gefeuert
16.05.12 (mp) Nur wenige Tage nach dem Ende der Premier League-Saison
müssen zwei Trainer für das schlechte Abschneiden ihrer
Teams büßen. Bereits am Montag wurde Alex McLeish bei
Aston Villa gefeuert. Das Team aus Birmingham entkam nach einem
enttäuschenden Saisonende auf dem 16. Tabellenplatz nur knapp
dem Abstieg. McLeish wechselte erst zu Saisonbeginn vom Lokalrivalen
Birmingham City zu Aston Villa. Birmingham City stieg unter dem
Schotten mit 39 Punkten aus der Premier League ab. Mit Aston Villa
gelangen McLeish sogar nur 38 Punkte in der abgelaufenen Saison,
aber er hatte das Glück, vier noch schlechtere Teams in der
höchsten englischen Spielklasse zu haben. Für Aston
Villa war es eine der schlechtesten Saisons aller Zeiten, was
die Ablehnung von Alex McLeish bei den Fans sicher voran getrieben
hat. Zudem gelangen dem Team nur sieben Siege (davon nur vier
Heimsiege) und insgesamt nur 37 Tore. In beiden Kategorien ist
das die zweitschlechteste Bilanz aller Premier League-Clubs in
der abgelaufenen Saison. Als großer Favorit, auf den Trainerposten
bei Aston Villa, wird derzeit der ehemalige Spieler von Bundesligist
Borussia Dortmund und derzeitiger Trainer des Konkurrenten Norwich
City, Paul Lambert, gehandelt.
Auch der FC Liverpool hat Konsequenzen aus der enttäuschenden
Saison gezogen und seinen Trainer Kenny Dalglish heute entlassen.
Dalglish gelang mit den "Reds" nur der achte Tabellenplatz
und der Verein landete damit ganze 17 Punkte hinter dem vierten
Platz, der für die Champions League-Qualifikation nötig
gewesen wäre. Kenny Dalglish übernahm den Trainerposten
erst vor 18 Monaten, nachdem der jetzige englische Nationaltrainer
Roy Hodgson von der Vereinsführung geschasst wurde.
Dabei war in der abgelaufenen Saison nicht alles schlecht beim
FC Liverpool. Es wurden hohe Summen in neue Spieler investiert,
doch der Erfolg kam nur sehr langsam. Stürmer Andy Carroll
fand erst in den letzten Saisonspielen zu der Form, die ihn für
41 Millionen Euro von Newcastle United an die Anfield Road wechseln
ließ. Dem englischen Nationalstürmer gelangen gerade
einmal vier Tore in 35 Ligaspielen. Einzig Luis Suarez war in
sportlicher Hinsicht ein Erfolg für den Verein. Allerdings
sorgte der Stürmer aus Uruguay mit seinem Verhalten gegenüber
Manchester United's Abwehrspieler Patrice Evra auch für den
Tiefpunkt der Liverpooler Saison. Der Höhepunkt war sicherlich
der Gewinn des Carling Cup gegen Cardiff City und das FA Cup-Finale,
welches gegen den FC Chelsea London verloren wurde. Aber die Erfolge
in den Pokalwettbewerben konnten die Fans nicht über das
unglaublich schlechte Abschneiden in der Liga hinweg trösten.
Gerade einmal sechs Heimspiele konnte der FC Liverpool in der
letzten Saison gewinnen. Die "Festung" Anfield Road
ist in der letzten Saison oft gefallen.
Nicht zuletzt die enttäuschenden Leistungen der Neuzugänge
Stewart Downing, Charlie Adam, Jose Enrique und Jordan Henderson
trugen zu einer der schlechtesten Spielzeiten der letzten zehn
Jahre für den FC Liverpool bei. Es bleibt abzuwarten, wie
sich diese Spieler in der nächsten Saison entwickeln und
was aus dem derzeit überbesetzten Mittelfeld (Alberto Aquilani
und Joe Cole sind von den Ausleihgeschäften zurück)
wird. Der Kader wird sich deutlich verkleinern müssen und
natürlich wird vieles von dem neuen Trainer und der Finanzkraft
der neuen Eigentümer abhängen. Schlechter kann es für
die "Reds" in der nächsten Saison eigentlich kaum
noch werden. Und vielleicht bleibt sogar Dirk Kuyt noch ein Jahr
an der Anfield Road.